Die Frühstart-Rente ist eine staatlich geförderte Altersvorsorge für Kinder ab dem sechsten Lebensjahr. Der Staat zahlt monatlich 10 Euro in ein individuelles Altersvorsorgedepot ein. Das Eckpunktepapier hat das Bundeskabinett am 17. Dezember 2025 beschlossen. Das Gesetz soll 2026 verabschiedet werden, der offizielle Start ist der 1. Januar 2027 mit rückwirkenden Zahlungen ab dem 1. Januar 2026.
Kurz zusammengefasst
Die Frühstart-Rente fördert Kinder zwischen dem 6. und 18. Lebensjahr mit monatlich 10 Euro vom Staat. Das Geld fließt in ein kapitalgedecktes, privatwirtschaftlich organisiertes Altersvorsorgedepot. Erträge sind bis zum Renteneintritt steuerfrei. Den Start macht der Geburtsjahrgang 2020 — jedes Jahr kommt ein weiterer Jahrgang hinzu.
Wichtiger Hinweis
Die Frühstart-Rente ist noch kein verabschiedetes Gesetz. Das Eckpunktepapier vom Dezember 2025 ist die Grundlage — der Gesetzentwurf soll 2026 im parlamentarischen Verfahren beschlossen werden. Verschiebungen beim Starttermin sind nicht ausgeschlossen. Zahlungen sollen rückwirkend zum 1. Januar 2026 erfolgen, sobald das Gesetz wirksam ist.
Was ist die Frühstart-Rente genau?
Die Frühstart-Rente ist ein staatlich gefördertes Kinder-Altersvorsorgedepot. Sie wurde von CDU, CSU und SPD im Koalitionsvertrag vom April 2025 vereinbart — als Teil desselben Reform-Pakets, das auch die Rentenerhöhung 2026 und die Aktivrente umfasst. Ziel ist, Kinder und Jugendliche frühzeitig an den Kapitalmarkt heranzuführen und ein Startkapital für die private Altersvorsorge aufzubauen. Die Eckpunkte stammen vom Bundeskabinett-Beschluss am 17. Dezember 2025.
Das Depot ist individuell, kapitalgedeckt und privatwirtschaftlich organisiert. Eltern eröffnen es bei einem Anbieter ihrer Wahl — typischerweise Banken, Sparkassen oder Online-Broker. Das Geld wird am Kapitalmarkt angelegt, etwa in ETFs oder anderen Wertpapieren. Die Auszahlung erfolgt erst zum Renteneintritt des Kindes.
Drei Merkmale prägen die Frühstart-Rente:
- a) Staatliche Förderung: 10 Euro pro Monat und Kind vom Staat — automatisch, unabhängig vom Einkommen der Eltern.
- b) Eigene Zuzahlungen: Eltern, Großeltern und das Kind selbst (ab 18) können das Depot zusätzlich bis zu einem Höchstbetrag besparen.
- c) Steuerfreie Ansparphase: Erträge aus dem Depot bleiben bis zum Renteneintritt steuerfrei — erst in der Auszahlungsphase fallen Steuern an.
Expert Insight
Die Idee orientiert sich am Vorschlag der Wirtschaftsweisen aus dem Herbst 2024. Diese hatten ein „Kinderstartgeld“ empfohlen — mit ähnlicher Förderhöhe, aber mit Zugriff bereits ab 18 Jahren. Die Frühstart-Rente sperrt das Kapital bis zur Regelaltersgrenze. Dieser Unterschied ist politisch gewollt: Das Geld soll zwingend in die Altersvorsorge fließen.
Wer bekommt die Frühstart-Rente?
Anspruch auf die Frühstart-Rente haben Kinder und Jugendliche zwischen dem 6. und 18. Lebensjahr, die eine Bildungseinrichtung in Deutschland besuchen. Den Programmstart macht der Geburtsjahrgang 2020 — also Kinder, die 2026 das sechste Lebensjahr vollenden. Jedes Folgejahr kommt der nächste Jahrgang hinzu.
Drei Gruppen sind anspruchsberechtigt:
- a) Sechsjährige Kinder ab 2026: Der erste anspruchsberechtigte Jahrgang ist 2020 — diese Kinder werden 2026 sechs Jahre alt.
- b) Folgejahrgänge schrittweise: 2027 kommt Jahrgang 2021 hinzu, 2028 Jahrgang 2022 und so weiter.
- c) Ältere Jahrgänge ab 2029: Das Eckpunktepapier stellt in Aussicht, dass ab 2029 auch ältere Kinder einbezogen werden können.
Voraussetzung ist der Schulbesuch in Deutschland. Wer im Ausland zur Schule geht, ist nach aktuellem Eckpunktepapier nicht förderberechtigt — die endgültige Regelung steht aber noch aus. Der Wohnsitz der Eltern in Deutschland ist ebenfalls ein wahrscheinliches Kriterium, auch wenn der Koalitionsvertrag das offen ließ.
Wie viel Geld kommt bis zur Volljährigkeit zusammen?
Über zwölf Jahre staatliche Förderung kommen 1.440 Euro Förderbetrag plus angesparte Erträge zusammen. Bei einer durchschnittlichen Aktienrendite von 6 Prozent pro Jahr ergibt das bis zum 18. Geburtstag ein Endkapital von rund 2.100 Euro. Wer das Depot mit eigenen Einzahlungen aufstockt, kommt deutlich höher.
Tabelle: Frühstart-Rente Endkapital mit 18 Jahren je nach Eigenanteil
| Monatliche Sparrate | Davon Staat | Davon Eigen | Endkapital mit 18 (bei 6 Prozent Rendite) |
|---|---|---|---|
| 10 Euro | 10 Euro | 0 Euro | ~ 2.100 Euro |
| 25 Euro | 10 Euro | 15 Euro | ~ 5.300 Euro |
| 50 Euro | 10 Euro | 40 Euro | ~ 10.500 Euro |
| 100 Euro | 10 Euro | 90 Euro | ~ 21.000 Euro |
Die Werte basieren auf einer 12-Jahres-Ansparphase ab Alter 6 und einer durchschnittlichen Aktienrendite von 6 Prozent pro Jahr nach Kosten. Tatsächliche Renditen können nach Marktentwicklung schwanken. Mit Weitersparen über das 18. Lebensjahr hinaus wächst der Zinseszinseffekt erheblich — bei kontinuierlichen 10 Euro pro Monat bis zum Renteneintritt mit 67 ergeben sich nach Berechnungen von T-Online rund 70.000 Euro.
Wo eröffnen Eltern das Depot?
Eltern eröffnen das Depot bei einem privaten Anbieter ihrer Wahl. In Frage kommen Banken, Sparkassen, Online-Broker oder Versicherungen mit Depot-Angebot. Das Depot läuft auf das Kind, die Eltern sind als gesetzliche Vertreter verfügungsberechtigt — bis zum 18. Lebensjahr des Kindes.
Die staatliche Förderung soll an die Strukturen der reformierten privaten Altersvorsorge anknüpfen. Diese Reform wurde im Dezember 2025 vom Bundestag beschlossen und führt das sogenannte Altersvorsorgedepot ein — eine neue, ETF-fähige Variante der staatlich geförderten Vorsorge.
Drei Anbieter-Typen sind realistisch:
- a) Online-Broker und Neobroker: Direktbanken und Trading-Apps mit speziellen Juniordepots — meist günstig in den Verwaltungskosten.
- b) Filialbanken und Sparkassen: Beratungsintensive Lösungen mit persönlichem Ansprechpartner — höhere Kosten, mehr Service.
- c) Versicherungen mit Depot-Lösungen: Anbieter, die die Frühstart-Rente in eine erweiterte Altersvorsorge-Police integrieren.
Expert Insight
Die Kostenstruktur entscheidet langfristig über die Rendite. Bei einer 12-Jahres-Ansparphase machen 1 Prozent jährliche Verwaltungsgebühren rund 7 Prozent des Endkapitals aus. ETF-basierte Juniordepots mit Gesamtkostenquoten unter 0,3 Prozent pro Jahr sind klar günstiger als klassische Versicherungslösungen mit 1,5 bis 2,5 Prozent jährlichen Kosten.
Was passiert, wenn Eltern kein Depot eröffnen?
Für Kinder ohne aktiv eröffnetes Depot greift eine staatliche Auffanglösung über die Bundesbank. Die nicht abgerufenen 10 Euro pro Monat werden jahrgangsweise gesammelt und angelegt. Das Geld geht nicht verloren — Eltern können später ein individuelles Depot eröffnen und das angesparte Kapital übertragen lassen.
Drei Eigenschaften prägen die Auffanglösung:
- a) Bundesbank-Verwaltung: Die Bundesbank legt die nicht abgerufenen Förderbeträge zentral an.
- b) Keine eigenen Zuzahlungen: Solange kein individuelles Depot besteht, sind keine Eltern-Zuzahlungen möglich.
- c) Spätere Übertragung: Bei Eröffnung eines privaten Depots wird das angesparte Kapital aus der Auffanglösung übertragen.
Diese Auffanglösung soll sicherstellen, dass kein Kind aus dem Programm fällt — auch wenn die Eltern aus Zeit-, Wissen- oder Geldgründen kein Depot eröffnen. Die Übertragung in ein individuelles Depot ist später möglich, sobald die Eltern das nachholen.
Wann kann das Geld ausgezahlt werden?
Die Auszahlung der Frühstart-Rente ist erst zum Renteneintritt möglich. Das angesparte Kapital ist während der gesamten Ansparphase gesperrt — auch wenn das Kind 18 wird, kann es nicht über das Geld verfügen. Erst mit Erreichen der Regelaltersgrenze öffnet sich das Depot zur Auszahlung.
Das Sparkapital ist laut Koalitionsvertrag vor staatlichem Zugriff geschützt. Auch im Falle persönlicher Insolvenz, Bürgergeld-Bezug oder Pfändung bleibt das Frühstart-Renten-Depot unangetastet. Im Todesfall vor Rentenbeginn geht das Kapital an die Erben.
Wer im Rentenalter ankommt und parallel weiterarbeitet, profitiert von der Aktivrente mit 2.000 Euro steuerfreiem Hinzuverdienst pro Monat. Steuerlich gelten für die Frühstart-Rente zwei Phasen:
- a) Ansparphase bis Renteneintritt: Sämtliche Erträge — Zinsen, Dividenden, Kursgewinne — bleiben steuerfrei.
- b) Auszahlungsphase ab Renteneintritt: Auszahlungen werden besteuert; die genaue Form steht noch nicht final fest.
Author’s Take
Die Frühstart-Rente ist eher ein Bildungs- als ein Vorsorge-Programm. 10 Euro pro Monat ergeben nach 12 Jahren rund 2.100 Euro — das wird die Rente eines Erwachsenen nicht retten. Der eigentliche Nutzen liegt in der frühen Berührung mit dem Kapitalmarkt und im Anreiz für Eltern, das Depot mit eigenen Beiträgen aufzustocken. Wer den Effekt maximieren will, eröffnet das Depot sofort und besparte es mit 50 bis 100 Euro monatlich darüber hinaus.
Häufige Fragen zur Frühstart-Rente
Muss die Frühstart-Rente beantragt werden?
Nach aktuellen Plänen müssen Eltern das individuelle Altersvorsorgedepot selbst bei einem Anbieter eröffnen — das ist die Voraussetzung, damit die staatliche Förderung dorthin fließt. Wer kein Depot eröffnet, bleibt nicht außen vor: Die Bundesbank verwaltet die Gelder über die Auffanglösung, eine spätere Übertragung ins individuelle Depot ist möglich.
Kann ich für mein 10-jähriges Kind heute schon ein Depot eröffnen?
Ein normales Juniordepot kann jederzeit eröffnet werden — unabhängig von der Frühstart-Rente. Die staatliche Förderung von 10 Euro pro Monat wird aber erst ab dem 6. Lebensjahr ausgezahlt, und das nur für Jahrgang 2020 ab 2026. Ältere Kinder wie der Jahrgang 2016 sind nach aktuellem Eckpunktepapier nicht förderberechtigt.
Lohnt sich die Frühstart-Rente überhaupt finanziell?
Allein die staatlichen 10 Euro pro Monat ergeben über 12 Jahre rund 1.440 Euro Eigenkapital plus Erträge — das ist überschaubar. Die Frühstart-Rente lohnt sich vor allem als Anker für eigene Sparbeiträge. Wer ohnehin 50 oder 100 Euro pro Monat für sein Kind anlegt, nimmt die 10 Euro Förderung als Bonus mit.
Was passiert mit der Frühstart-Rente bei Wegzug ins Ausland?
Die Förderung ist an den Schulbesuch in Deutschland geknüpft. Wer mit dem Kind ins Ausland zieht und dort zur Schule geht, verliert nach aktuellem Eckpunktepapier den Anspruch auf die laufenden 10 Euro pro Monat. Das bis dahin angesparte Kapital im Depot bleibt aber erhalten und läuft weiter — es entfällt nur die zukünftige Förderung.
Gibt es einen Sozial-Zuschlag für einkommensschwache Familien?
Diskutiert wird ein zusätzlicher Zuschlag von 5 Euro pro Monat für einkommensschwache Familien. Das ist nicht im aktuellen Eckpunktepapier festgeschrieben, sondern wird im parlamentarischen Verfahren 2026 verhandelt. Eine endgültige Festlegung steht aus.
Quellen und weiterführende Literatur
Dieser Beitrag stützt sich auf das Eckpunktepapier des Bundeskabinetts, den Koalitionsvertrag 2025 und die Verlautbarungen des Bundesfinanzministeriums zur Reform der privaten Altersvorsorge.
- Eckpunktepapier Frühstart-Rente · bundesfinanzministerium.de · Beschluss des Bundeskabinetts vom 17. Dezember 2025 zur Ausgestaltung der Frühstart-Rente.
- Koalitionsvertrag 2025 · bundesregierung.de · Zeilen 596 bis 602 zur Einführung der Frühstart-Rente ab 1. Januar 2026.
- Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung · sachverstaendigenrat-wirtschaft.de · Vorschlag eines Kinderstartgelds aus dem Jahresgutachten 2024.
- Reform der privaten Altersvorsorge · bundesfinanzministerium.de · Gesetzespaket Dezember 2025 zur Einführung des Altersvorsorgedepots.
- Stiftung Warentest — Juniordepot-Vergleich · test.de · Übersicht der Anbieter für ETF-fähige Kinderdepots als spätere Träger der Frühstart-Renten-Förderung.
